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Neues von Ghaub

Ihre Oase in den Otavi-Bergen

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Lagerfeuer gegen zuviel Busch

Verbuschung ist ein großes Problem in Namibia: Da Buschbrände vom Menschen sofort bekämpft und eingedämmt werden, breiten sich Sträucher aus, während Grasflächen schrumpfen. Campinggäste von Ghaub können nun mithelfen, die aufwändige Entbuschung zu finanzieren – und zwar beim Grillen...

  • Gäste der Ghaub Campsite können bei Manager Josef !Kariseb Holz kaufen.

    Gäste der Ghaub Campsite können bei Manager Josef !Kariseb Holz kaufen. Foto: Sven-Eric Stender

Lagerfeuer und Grillen machen das Zelten in Namibia erst zum richtigen Erlebnis. Auf der Campsite von Ghaub Nature Reserve & Farm können Gäste neuerdings Feuerholz kaufen, das sie mit bestem Gewissen verbrennen können.

Zum einen, weil es sich ausschließlich um totes Holz handelt, das auf dem Gelände von Ghaub gesammelt wurde. Zum anderen und vor allem deshalb, weil der Ertrag aus dem Holzverkauf von Ghaub Farm Products dazu beiträgt, die aufwändigen Maßnahmen von Ghaub und seinen Partnern Waterberg Wilderness und Ondekaremba gegen den dichten Busch zu finanzieren, der sich immer mehr ausbreitet.

Wer Holz mitnehmen will, erhält es nicht im bisher überall üblichen Plastiksack, der in Nationalparks mittlerweile verboten ist, sondern in einem Karton. Wenn man die Pappe zum Entfachen des Feuers verwendet, bleibt am Ende nichts als Asche übrig. Fast wie früher, als die Asche nach den Buschbränden die Böden mit neuen Nährstoffen versorgte.

Chefkoch-Ausbilder schult Köche

Das Abendessen auf Ghaub zergeht künftig noch mehr auf der Zunge. Ein pensionierter Chefkoch-Ausbilder aus Deutschland war zwei Monate auf Ghaub sowie dessen Partnern Waterberg Wilderness und Ondekaremba zu Gast – und das bereits zum zweiten Mal. Diesmal fand die Schulung vor allem in der Kühlkammer statt...

  • Der pensionierte Chefkoch-Ausbilder Georg Maeding zeigt Manager und Koch Fanie Hawanga und Köchin Wilbertina Nampala auf Ondekaremba das fachgerechte Ablösen des Fleisches bei Rinderrippen

    Der pensionierte Chefkoch-Ausbilder Georg Maeding zeigt Manager und Koch Fanie Hawanga und Köchin Wilbertina Nampala auf Ondekaremba das fachgerechte Ablösen des Fleisches bei Rinderrippen. Foto: Sven-Eric Stender

Der Schwerpunkt der Fortbildung für die Köchinnen der Ghaub Lodge lag diesmal auf dem fachgerechten Ablösen des Fleisches vom Knochen. Außerdem ging der pensionierte Chefkoch-Ausbilder Georg Maeding aus Lübeck intensiv darauf ein, worauf je nach Fleischsorte zu achten ist, wenn man es in kleinere Stücke schneidet.

Natürlich war er auch in der Küche, um zu überprüfen, was von den vorigen Fortbildungskursen bereits gut umgesetzt wird, und um weitere Tipps zu geben und Kniffe zu vermitteln. "Wir haben vor allem das Zubereiten von Saucen noch verfeinert", erklärte Maeding kurz vor seinem Rückflug nach Deutschland Anfang Dezember. "Außerdem haben wir das Brotbacken noch etwas verbessert und ein Baguette-Rezept ausprobiert."

Während seines zwei Monate langen Aufenthaltes hat er auch die Partner-Standorte Waterberg Wilderness und Ondekaremba besucht. Es war nach 2017 bereits das zweite Mal, dass Georg Maeding im Rahmen des Senior Experten Service die Köche auf Ghaub geschult hat. In der ersten Fortbildungseinheit stellte er die grundlegenden Fähigkeiten und Kenntnisse auf eine breitere Basis, überarbeitete die Menüs und ging auf das fachgerechte Anrichten der Speisen auf dem Teller ein.

Ghaub Lodge bietet ein reichhaltiges Frühstücksbüfett und ein festes Menü mit vier Gängen zum Abendessen. Die Gerichte europäischer Küche werden in namibischem Farmstil zubereitet und mit typischen Zutaten der Region angereichert, wie etwa Kudufleisch, Butternut-Kürbis oder Chutney. Frühstück und Abendessen sind im Übernachtungspreis eingeschlossen.

Frisches Obst und Gemüse von Ghaub

Wasser ist im Überfluss vorhanden, der Boden gut geeignet, die Temperaturen sind günstig. Warum also nicht Obst und Gemüse anbauen, statt es im Handel zu kaufen, der es aus dem Hunderte Kilometer entfernten Südafrika importiert? Ghaub will seine Gäste künftig mit eigenen Farmprodukten verwöhnen...

  • Vom Baum in die Flasche: Zitronensyrup ist das erste Farmprodukt von Ghaub

    Vom Baum in die Flasche: Zitronensyrup ist das erste Farmprodukt von Ghaub. Foto: Sven-Eric Stender

  • Siegel für Obst, Gemüse, Fleisch und andere Erzeugnisse der Marke Ghaub Farm Products

    Siegel für Obst, Gemüse, Fleisch und andere Erzeugnisse der Marke "Ghaub Farm Products"

Ein Gewächshaus mit Kräutern gibt es auf Ghaub schon seit langem, gleich neben der Küche zur Lodge. Doch im September wurden auf dem Farmgebiet größere Flächen mit Schattennetz überspannt und Beete angelegt. Obstbäume wurden bereits im Vorjahr gepflanzt.

Erste Berechnungen haben ergeben, dass es weniger kostet, das eigene Obst und Gemüse zu produzieren, als es im Handel zu kaufen. Das Wasser von Ghaub ist reich an Mineralien und der Boden wird mit Kuhmist und Heu auf natürliche Weise gedüngt. Außerdem entstehen zusätzliche Arbeitsplätze.

Das geplante Angebot an Gemüse ist weitgefächert: Neben verschiedenen Salatarten von Lollo Rosso bis Kopfsalat sollen Tomaten, Salatgurken und Radieschen angebaut werden; außerdem natürlich Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Lauch sowie Kohlrabi, Zucchetti (Zucchini), verschiedene Kürbisse, Rüben, Rote Beete und Fenchel. Selbst Auberginen und Artischocken sollten auf Ghaub gut gedeihen.

Auf der Liste für Obst stehen Weintrauben, Pfirsiche und Kap-Stachelbeeren. Auch wurden bereits Papaya- und Mango-Bäume gepflanzt. Kaktusfeigen sowie Maulbeer-, Zitronen- und Orangenbäume, die auf namibischen Farmen üblich sind, gibt es natürlich auch auf Ghaub bereits seit Jahrzehnten. Hinzu kommt der heimische Marula-Baum, aus dessen Früchten der bekannte Amarula-Likör gewonnen wird. Was an frischen Früchten nicht verbraucht werden kann, wird zu Saft, Syrup und Konfitüre verarbeitet. Ende September wurde bereits der erste Zitronensyrup abgefüllt.

Da der Farmbetrieb von Ghaub eine Rinder- und Wildzucht umfasst, zählt zu den "Ghaub Farm Products" natürlich auch Fleisch. Rindfleisch soll vom eigenen Schlachtbetrieb künftig portionsweise abgepackt und an die Lodges von Ghaub und seiner Partner Waterberg Wilderness und Ondekaremba geliefert werden. Auch an die Produktion von Rauchfleisch ist gedacht.

Die Lodges sparen nicht nur an Ausgaben, sondern gewinnen mit den „Ghaub Farm Products“ einen weiteren Pluspunkt für ihre Gäste: Frisches, unbehandeltes Obst und Gemüse sowie Fleisch von freilaufenden Rindern direkt von der Farm nebenan.

Bewachte Tore gegen Wilderer

Im Naturreservat Ghaub sind die Nashörner und andere Wildtiere nun noch besser vor möglicher Wilderei geschützt. Nachdem die namibische Straßenbehörde grünes Licht gegeben hatte, hat Ghaub an seinen Durchgangsstraßen bewachte Tore errichtet...

  • Bewachtes Tor an der Durchgangsstraße D 3022

    Bewachtes Tor an der Durchgangsstraße D 3022. Foto: Sven-Eric Stender

An den Schotterstraßen D 3022 und D 2863 muss man nun stoppen, wenn man an die Grenze von Ghaub kommt, und kurz warten, bis ein Wärter das Tor öffnet.

Da Wilderer auf Autos angewiesen sind, um ihre Beute abzutransportieren, wird ihnen ihr Vorhaben mit den bewachten Toren wirkungsvoll erschwert. Hinzu kommt das erhöhte Risiko, identifiziert zu werden, denn an den Toren sind Überwachungskameras installiert. Bei Ghaubs Partner, dem Naturreservat Waterberg Wilderness, haben sich die Tore an der Durchgangsstraße bewährt. Zudem nahm auch die Wilderei auf den Farmen in der Umgebung merklich ab, nachdem sie errichtet und bemannt worden waren.

Das private Ghaub Nature Reserve schützt seine Wildtiere aber auch durch eine Reihe weiterer Maßnahmen. Das Gebiet ist nicht nur von einem soliden Wildzaun umgeben, sondern wird auch täglich von speziell ausgebildeten Rangern patrouilliert. Die so genannte "Rhino Patrol" stellt Aufenthaltsort und Zustand der Breitmaul-Nashörner fest und gibt ihn per Funk an die Rezeption durch.

Finanziert werden die Maßnahmen durch die Einnahmen aus den Übernachtungen und den Nashorn-Touren für die Gäste – im Wildbeobachtungsfahrzeug oder zu Fuß. Da die Ranger der "Rhino Patrol" die Guides über Funk informieren, ist eine Begegnung mit den Nashörnern fast garantiert. So profitieren alle: Die Nashörner, die Gäste und Ghaub, das mittlerweile rund 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Ghaub hilft Museum

Schon mal eine Lodge in der Lotterie gewonnen? Oder zum Geburtstag geschenkt bekommen? Eine 83-jährige Dame aus Grootfontein kann beide Fragen bejahen: In der Lotterie zugunsten des Alte Fort Museums hat sie einen Aufenthalt auf Ghaub gewonnen, den sie sich zu ihrem 84. Geburtstag schenken will...

  • Ab 1896 als Militärstützpunkt errichtet, seit 1983 ein Museum: Das Alte Fort in Grootfontein

    Ab 1896 als Militärstützpunkt errichtet, seit 1983 ein Museum: Das Alte Fort in Grootfontein. Foto: Sven-Eric Stender

Es ist fast genauso alt wie Ghaub: Das Alte Fort in Grootfontein wurde ab 1896 errichtet, ein Jahr nach Gründung der Missionsstation Ghaub in den Otavi-Bergen. Seit 1983 befindet sich in den historischen Mauern ein Museum, das mit viel Liebe und ehrenamtlichem Einsatz am Leben erhalten wird. Doch es mangelt an Geld für den Kurator, für die Pflege der Ausstellungsstücke, für Reparaturen am Gebäude, für Gärtner und Reinigungskraft.

Um die Museumskasse aufzubessern, fand Mitte Juli eine Verlosung von rund 40 gespendeten Preisen statt. Ghaub stiftete einen Aufenthalt für zwei Personen für zwei Nächte, der den zweiten Preis bildete. Erster Preis war ein geschlachtetes Gnu, dritter Preis eine hochwertige Sonnenbrille der Marke Diesel. Glückliche Gewinnerin des zweiten Preises ist die 83-jährige Bertha Hamer. Sie nimmt ihn als Geburtstagsgeschenk: Im September wird sie 84 und will ihren Jubiläumstag gemeinsam mit ihrer Schwester auf Ghaub verbringen.

Auch das Alte Fort Museum hatte Grund zur Freude: Alle 200 Lose wurden verkauft, so dass die Kasse wieder etwas aufgefüllt werden konnte. Zu den Gewinnern zählen aber vor allem die vielen Besucher des Museums. In dem historischen Gebäude können sie eine spannende Reise in die Vergangenheit unternehmen, denn es bietet einen Überblick über die Ortsgeschichte, eine umfangreiche Sammlung zum Volk der OvaHimba, Schmuck und Handwerksarbeiten der Owambo und San sowie alte Gerätschaften europäischer Siedler.

  • Dampfwalze vor dem Alte Fort Museum, die in der Kupfermine von Berg Aukas etwa 20 km östlich von Grootfontein für Straßenarbeiten eingesetzt wurde

    Dampfwalze vor dem Alte Fort Museum, die in der Kupfermine von Berg Aukas etwa 20 km östlich von Grootfontein für Straßenarbeiten eingesetzt wurde. Foto: Sven-Eric Stender

Gäste von Ghaub können das Museum gut im Zuge eines Ausfluges besuchen; Grootfontein ist nur etwa eine halbe Stunde Fahrt von Ghaub entfernt.

Mäandern durch das "Dreieck der Erlebnisse"

Von Hoba Meteorit, Ghaub Höhle oder Ombili San Foundation hat wohl jeder schon gehört. Ganz zu schweigen vom Otjikoto See, den Museen in Tsumeb und Grootfontein und dem Living Museum der Ju/'Hoansi. Wer aber kennt die Maria Bronn Missionsstation? Das Weingut Thonningii? Das Khorab-Denkmal?

  • Ort der Weltgeschichte und doch kaum bekannt: Hier bei Khorab endete 1915 für Namibia der erste Weltkrieg

    Ort der Weltgeschichte und doch kaum bekannt: Hier bei Khorab endete 1915 für Namibia der erste Weltkrieg. Foto: Sven-Eric Stender

All diese und noch viel mehr Attraktionen liegen im Dreieck zwischen den Nationalparks Etosha, Khaudum und Waterberg Plateau, in einer Region also, die von den meisten Touristen oft links liegen gelassen wird. Um das zu ändern, haben rund 40 Unterkünfte, Anbieter von Aktivitäten, Museen, Kunsthandwerks-Märkte und Ortsverwaltungen der Region die Touristen-Route Omuramba Meander gegründet. Ghaub war bereits in der Vorbereitungsphase dabei.

Den Anstoß gab das Ministerium für städtische und ländliche Entwicklung mit dem Auftrag an das nicht gewinn-orientierte Unternehmen Open Africa, die Route zu entwickeln. Sie soll auch dafür sorgen, dass breitere Kreise der Bevölkerung vom Tourismus profitieren. Open Africa trug Informationen und Fotos zu Attraktionen und Anbietern der Region zusammen und stellte sie auf sein etabliertes Internet-Portal. Außerdem produzierte Open Africa für acht Standorte wie Ghaub (ehemalige Missionsstation), Waterberg Plateau oder Fisher's Pan in Etosha Übersichtstafeln, die aufeinander verweisen. Hinzu kommen Schilder der Omuramba Meander Route für Ortseinfahrten und ausgewählte Stellen am Straßenrand. Eine Broschüre in digitalem und gedrucktem Format soll bis zur Hochsaison ab Juli erscheinen.

"Mit unserer Initiative der Route Omuramba Meander führen wir die Vielfalt an Erlebnissen vor Augen, die die Region zu bieten hat", so Komitee-Vorsitzender André Neethling. "Sie eignet sich nicht nur ideal für einen Stopp zwischen Windhoek und Etosha oder der Zambezi-Region, sondern lädt auch zum Erkunden ein – oder wie wir sagen: zum Mäandern."

  • Das Logo der Route lädt ein zum Mäandern

    Das Logo der Route lädt ein zum "Mäandern".

Erlebnisse auf Ghaub und in der Umgebung

Ghaub bietet das historische Ambiente der ehemaligen Missionsstation, Rhino Drive & Tracking, Höhlen-Exkursionen und Wanderwege. Darüber hinaus eignet es sich ideal als Ausgangspunkt für Erkundungstouren.

Tagesrundfahrt: Missionsstation Maria Bronn – Grootfontein mit Alte Fort Museum – Hoba Meteorit – Weingut Thonningii – Khorab-Denkmal bei Otavi – Ghaub.

Stationen auf dem Weg nach Etosha: Tsumeb mit Museum, St. Barbara Kirche (1914) und Arts & Crafts Centre – Otjikoto See.

Stationen auf dem Weg in die Region Zambezi (Caprivi): Hoba Meteorit – Grootfontein mit Alte Fort Museum (evtl. Route über Living Museum der Ju/'Hoansi – Tsumkwe mit Arts & Crafts – Khaudum Park).

  • Größter bisher auf der Erde entdeckter Himmelkörper: Der Hoba Meteorit

    Größter bisher auf der Erde entdeckter Himmelkörper: Der Hoba Meteorit. Foto: Sven-Eric Stender

Stationen auf dem Weg zum Waterberg: Hoba Meteorit – Grootfontein mit Alte Fort Museum – landschaftlich schöne Strecke östlich des Waterbergs – Waterberg Wilderness (Übernachtung; geführte Wanderungen auf das Plateau, Rhino Drive & Tracking, Kultur-Tour mit Alltag der Herero auf dem Land und im Ort Okakarara, Wanderwege mit "Botanischem Garten" und einen "History Path" zur Geschichte der Herero).

Alternative Route zum Waterberg: Tigerschlucht – Weingut Thonningii – Khorab Denkmal bei Otavi – Otjiwarongo mit Krokodilfarm und Township Tour – Waterberg Wilderness (Übernachtung etc.).

Bergzebras in Sicherheit gebracht

Drahtschlingen von Wilderern auf der benachbarten Farm haben einem Bergzebra nach dem anderen einen qualvollen Tod bereitet. Die letzten vier Tiere, darunter ein Fohlen, hat Ghaub nun in Sicherheit gebracht – mit Hilfe eines Hubschraubers und eines Schaufelladers...

  • Behutsam in die Schaufel des Traktors geschoben, wird das betäubte Bergzebra zum Transportfahrzeug gebracht

    Behutsam in die Schaufel des Traktors geschoben, wird das betäubte Bergzebra zum Transportfahrzeug gebracht. Foto: Ghaub

Die Freude über die neuen Bergzebras, die der Tiertransporter vor einem Jahr nach Ghaub brachte, war nur kurz. Acht Tiere zogen schon bald zur benachbarten Farm, die nur durch einen niedrigen Zaun von Ghaub getrennt ist. Immer wieder wurden die Tiere dort gesichtet, doch die Gruppe wurde kleiner und kleiner. Der Grund: Ein Tier nach dem anderen verfing sich in einer der Drahtschlingen, die in dem weitläufigen und unwegsamen Gelände von Wilderern ausgelegt worden waren, und starb einen qualvollen Tod.

Anfang Mai hat Ghaub mit Zustimmung des Nachbarfarmers für die restlichen vier Bergzebras eine aufwändige Rettungsaktion gestartet. Vom Hubschrauber aus wurden die Tiere vom Tierarzt mittels Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt. Danach brachten Mitarbeiter sie behutsam per Schaufellader zum Transportfahrzeug, das auf dem Farmweg bereitstand. Von dort aus ging es zum 10 km entfernten Teilgebiet von Ghaub, das wildsicher eingezäunt ist. Alle drei Stuten und das Fohlen haben die Aktion gut überstanden.

In dem Wildgebiet von Ghaub gab es bereits eine Gruppe von acht Tieren mit Fohlen. Ob sich die beiden Gruppen nun vereinen, bleibt abzuwarten. Um die Population zu stärken, hat Ghaub weitere Tiere bestellt, die noch im Laufe dieses Jahres eintreffen sollten.

  • Mitarbeiter von Ghaub mit betäubten Stuten und dem Fohlen

    Mitarbeiter von Ghaub mit betäubten Stuten und dem Fohlen. Foto: Ghaub

Das so genannte Hartmann’s Bergzebra (Equus zebra ssp. hartmannae) wird von der Organisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) auf der Liste bedrohter Tierarten als gefährdet bezeichnet. Schätzungen zufolge gibt es rund 25.000 Tiere, die zum allergrößten Teil in gebirgigen Gebieten Namibias leben. Felsgravuren von Zebraspuren auf Ghaub legen nahe, dass Bergzebras in vorkolonialer Zeit in den Otavi-Bergen zuhause waren.

Auf den Spuren der Ahnen

Anfang April hat Ghaub eine außergewöhnliche Persönlichkeit begrüßt, die auf ganz persönliche Weise mit diesem Ort verbunden ist: den ehemaligen Anti-Apartheid-Aktivist Horst Kleinschmidt. Worin die Verbindung besteht? – Aus einem Foto, das er im Gepäck hatte, und einem Grabstein, der auf ihn wartete...

  • Klara Kleinschmidt mit ihren Söhnen Helmut und Wilhelm (1915)

    Klara Kleinschmidt mit ihren Söhnen Helmut und Wilhelm (1915). Quelle: Horst Kleinschmidt

"Ein Bild, das tausend Worte sagt!", notiert Kleinschmidt kurz nach seinem Besuch bei Ghaub: "Hier stand ich 2018 genau an jener Stelle, an der meine Großmutter 1915 meinen Vater im Arm hielt. (...) Ich kam als neugieriger Besucher, während das Foto meine Großmutter zeigt, die unter dem Krieg direkt vor der Tür ihres Hauses leidet und meinen Vater Wilhelm Franz Heinrich Kleinschmidt wiegt, so benannt nach Kaiser Wilhelm und nach unserem missionarischen Vorfahren, der dieses Land 1838 zu seinem Haus machte. Der ältere Bruder Helmut hält sich am weißen Kleid von Oma Klara fest."

Kleinschmidts Großvater Gerhard war von der Rheinischen Mission als Farmverwalter angestellt. Nach dem letzten Gefecht zwischen der deutschen Schutztruppe und der südafrikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg, das im Juli 1915 auf Ghaub stattgefunden hatte, versuchte er, den Farmbetrieb wieder aufzubauen.

Horst Kleinschmidt besuchte auf Ghaub natürlich auch den kleinen Friedhof, der etwa fünfzehn Minuten zu Fuß von der Lodge entfernt auf einem Hügel liegt. Dort fand er das Grab seines Onkels Gerhard, der allerdings bereits im Alter von zweieinhalb Jahren gestorben war – also schon bevor das obige Foto entstand.

  • Das Grab von Gerhard Kleinschmidt

    Das Grab von Gerhard Kleinschmidt (Foto: Ghaub); eingefügtes Porträt: Horst Kleinschmidt.

Horst Kleinschmidt wurde kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Swakopmund geboren, wuchs jedoch ab dem Alter von vier Jahren in Johannesburg auf. In seiner Studienzeit protestierte er gewaltlos gegen die Rassentrennung und die unrechtmäßige Inhaftierung von Anti-Apartheid-Kämpfern. Er wurde mehrfach inhaftiert, floh 1976 ins Ausland und verbrachte 15 Jahre im Exil. Sechs Jahre nach der Unabhängigkeit Südafrikas wirkte er im Fischereiministerium maßgeblich an der Bekämpfung der Korruption und der gerechteren Verteilung von Fangquoten mit, bei der alle Bevölkerungsgruppen zum Zuge kamen. 2005 kündigte er nach zunehmendem Druck, weiße Mitarbeiter durch schwarze zu ersetzen – ohne Rücksicht auf Fähigkeiten oder Qualifikation (Biographie).

Seitdem widmet sich Horst Kleinschmidt verstärkt der Ahnenforschung. Er ist ein Nachfahre des deutschen Missionars Heinrich Schmelen, der ab 1814 in Bethanien gewirkt und dessen KhoeKhoe-Frau Zara (siehe Wikipedia) das neue Testament der Bibel in ihre Muttersprache übersetzt hatte.

Mehr zur Familie Kleinschmidt auf www.horstkleinschmidt.co.za.

Afrikanischer Obstbaum auf Ghaub erfasst
  • Marula-Baum auf Ghaub

    Marula-Baum auf Ghaub. Foto: Nadia Löffel

  • Routen zur erfassung der Marula-Bäume auf Ghaub

    Routen zur erfassung der Marula-Bäume auf Ghaub. Quelle: Nadia Löffel

  • Marula-Früchte

    Marula-Früchte. Foto: Wikipedia

  • Sahnelikör und Limonade aus der Marula-Frucht

    Sahnelikör und Limonade aus der Marula-Frucht. Foto: Ghaub

Dass Amarula ein beliebter Sahnelikör ist, der aus der Frucht des hiesigen Marula-Baumes gewonnen wird, weiß wohl fast jeder unserer Gäste. Dass auf Ghaub Hunderte Marula-Bäume wachsen, ahnt dagegen wohl niemand. Selbst wir waren erstaunt, wie viele Bäume im Zuge einer Studie hier gezählt wurden.

281 Marula-Bäume hat die Studentin der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Nadia Löffel, während ihres Praktikums auf Ghaub erfasst. Da sie nur Bäume berücksichtigt hat, die in bis zu 100 Metern Entfernung entlang der bestehenden Farmwege wachsen, liegt die tatsächliche Zahl der Bäume im rund 120 km² großen Farmgebiet natürlich deutlich höher. Löffel hat jeweils den Umfang der Stämme gemessen und Lage, Umweltbedingungen und Geschlecht der Bäume notiert.

135 der erfassten Bäume sind weiblich und tragen daher in der Regel Früchte, die in etwa die Größe und Form einer Mirabelle haben. Unter einer dicken und festen Schale liegt eine dünne Schicht Fruchtfleisch, das man lutschen muss, weil es sehr fest mit dem Kern verbunden ist. Es enthält viel Protein und Vitamin C. Der Arbeit von Nadia Löffel zufolge werden das Fruchtfleisch und die Nuss im Kern seit Jahrtausenden von Menschen genutzt (mehr zum Marula-Baum auf Wikipedia).

Gästen von Ghaub ist der Baum wohl vor allem wegen des Amarula-Likörs bekannt, der aus dem Fruchtfleisch gewonnen und gerne als flüssiges Dessert oder als "Absacker" getrunken wird. Auch die seit einiger Zeit erhältliche Limonade Vigo wird aus der Marula-Frucht hergestellt.

Die Ergebnisse ihres Praktikums hat Nadia Löffel in einem Bericht zusammengefasst, den sie Mitte März im Rahmen des Moduls Internationale Zusammenarbeit im Bachelor-Studiengang im Umweltingenieurswesen beim Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (in Wädenswil, Schweiz) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften abgegeben hat.